Vor Ort
Der Weg nach draußen ist das eigentliche Thema
Der Bestand rund um Mühlenkamp, Sierichstraße und Goldbekplatz stammt größtenteils aus den Jahren um 1900. Vier bis fünf Etagen, kein Aufzug, ein Treppenhaus mit engen Wendeln und einem Handlauf, der nicht dafür gebaut wurde, dass ein Kleiderschrank daran vorbeikommt. Dazu Wohnungen mit 3,20 Meter Deckenhöhe, in denen entsprechend hohe Möbel stehen.
Praktisch bedeutet das: Möbel werden zerlegt statt getragen. Ein Buffetschrank aus den Dreißigern, der sich nicht zerlegen lässt, kostet zwei Leute und eine halbe Stunde. Das ist der Grund, warum eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Winterhude mehr kostet als dieselbe Wohnung in einem Neubau in Norderstedt.
Der zweite Faktor ist die Straße. Am Goldbekufer und in den Seitenstraßen rund um den Kanal ist tagsüber kein Parkplatz frei, und ein Transporter in zweiter Reihe blockiert eine schmale Fahrbahn. Ohne eingerichtete Halteverbotszone wird aus einer Tagesräumung schnell eine Anderthalbtagesräumung.
Dazu kommt die Jarrestadt im Osten des Stadtteils, Backstein der Zwanziger, deutlich anders geschnitten. Kleinere Wohnungen, engere Kellerabgänge, dafür oft ein Innenhof, in dem sich der Transporter besser stellen lässt.